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Flucht-Stücke

Ausstellung "Flucht-Stücke"

Ausstellung "Flucht-Stücke"

Fremde. Heimat. Waldenbuch

Unter dem Titel „Flucht-Stücke“ zeigt das Museum der Alltagskultur mit Gegenständen von Geflüchteten eine sehr persönliche Ausstellung. Dafür hat das Museum unterschiedliche Objekte, vor allem von Vertriebenen und Flüchtlingen während und nach dem Zweiten Weltkrieg, zusammengetragen und die damit verbundenen Fluchtgeschichten dokumentiert. Jedes „Flucht-Stück“ für sich erzählt eine Geschichte, deren Bedeutung tiefer geht als der Besitz. Erinnerungen, Gefühle, Erlebtes – alles spiegelt sich in diesen Objekten in unterschiedlicher Intensität wider.

Die kleine Ausstellung ist anlässlich des Literatursommers 2016 entstanden, an dem sich die Stadt Waldenbuch unter dem Motto „Fremde. Heimat. Waldenbuch. Flüchtlinge unter uns“ beteiligt hat. Bis zum 19.3.2017 können die „Flucht-Stücke“ im Eingangsbereich des Museums kostenfrei besichtigt werden.

Zitate aus der Ausstellung

Brennscheren

„Meine Mutter musste mit ihren wichtigsten Utensilien im März 1945 ihre Heimat im ostpreußischen Osterode verlassen und in den Westen fliehen. Ganz wichtig waren ihr diese beiden Brennscheren, um auch auf der Flucht und in der Fremde immer eine gepflegte Frisur zu haben.“

Andreas Kahlau, 65 J., Leinfelden-Echterdingen

Uhr im Schulterpolster

„Meine Mutter hat diese Uhr auf der Flucht von Brünn im heutigen Tschechien getragen. Als sie miterleben musste, dass den Heimatvertriebenen, die ja sowieso nicht viel Besitz hatten, der Schmuck vom Körper gerissen wurde, kam sie auf die Idee, die Uhr in das Schulterpolster ihrer Jacke einzunähen! So ist ihr die Uhr erhalten geblieben und mir ein ganz liebes Andenken an meine Mutter!“

Brigitte Noll, 64 J., Filderstadt

Pfaff-Nähmaschine

„Das Herzstück seiner alten Pfaff-Nähmaschine war für meinen Vater nicht nur ein x-beliebiger Gegenstand. So wunderte es uns nicht, dass er all die mühsamen Strapazen auf sich nahm und den ca. 20 kg schweren Nähmaschinenkopf während der langen Zeit der Vertreibung stets mit sich schleppte. Die Nähmaschine war letztendlich die Existenzgrundlage dafür, dass er seinen Schneiderberuf in Waldenbuch wieder ausüben konnte.“

Maria (Mitzi) Müller, 86 J., Waldenbuch