Landesstelle für Alltagskultur
Forschen | Dokumentieren | Vermitteln

Landesstelle für Alltagskultur in Stuttgart

Seit über 100 Jahren erforscht und dokumentiert die Landesstelle für Alltagskultur das Leben im Südwesten. Als Forschungs- und Dokumentationseinrichtung im Landesmuseum Württemberg untersucht sie die Alltagskultur in Stadt und Land – von historischen Überlieferungen bis zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Im Mittelpunkt stehen die kulturelle Vielfalt Baden-Württembergs und der Wandel des täglichen Lebens.

Forschung zur Alltagskultur in Vergangenheit und Gegenwart
Die Landesstelle widmet sich einem breiten Themenspektrum: Mobilität, Wohnen, Kleidung, Umwelt, Traditionen und Bräuche sowie dem Immateriellen Kulturerbe. Sie dokumentiert und untersucht regionale Besonderheiten ebenso wie gesellschaftliche Veränderungsprozesse. Die Ergebnisse werden in Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen vermittelt und laden zum Austausch über die Alltagskultur im Südwesten ein.

Archiv und Bibliothek: Quellen zur Kulturgeschichte Baden-Württembergs
Das Archiv für Populär- und Alltagskultur und die öffentliche Präsenzbibliothek bewahren umfangreiche Quellen zur Kulturgeschichte Baden-Württembergs. Die seit dem frühen 20. Jahrhundert zusammengetragenen Bestände umfassen unter anderem Ortsmonografien, Fachliteratur, Fotografien, Dias, Tonaufnahmen, Lieder, Sprachaufsätze, Flurnamen und Nachlässe. Einige Dokumente reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück und geben Einblick in den Alltag vergangener Generationen. Zugleich wächst das Archiv kontinuierlich, um auch das Leben der Gegenwart für zukünftige Generationen zu dokumentieren.

Service und Archivrecherche
Die Bibliothek und das Archiv stehen allen Interessierten offen. Wir unterstützen Sie bei Ihrer Recherche und geben Einblick in unsere Sammlungen. Die Bibliotheksbestände sind über den Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes recherchierbar; große Teile der Archivbestände sind ebenfalls in der Sammlung online zugänglich.

Aktuelle Projekte

Transkriptionsprojekt Konferenzaufsätze

Der Bestand an Konferenzaufsätzen geht auf einen Aufruf der 1899 gegründeten „Württembergischen Vereinigung für Volkskunde“ zurück, das Alltagsleben der Bevölkerung um 1900 zu dokumentieren. Der Tübinger Germanist Karl Bohnenberger (1863–1951) entwickelte dazu einen umfangreicher Fragenkatalog, der die Erhebungen zu Sitte und Brauch, Nahrung, Kleidung, Wohnung und Geräte, Glaube und Sage sowie Volksdichtung und Mundart strukturierte. Auf dieser Grundlage verfassten die Lehrer*innen ihre handschriftlichen Berichte bzw. Hausarbeiten, die zwischen den in regelmäßigen Abständen stattfindenden Konferenzen anzufertigen waren und der Lehrerfortbildung in Württemberg dienten.  Ziel des Transkriptionsprojekts ist es, diese Texte in gedruckte lateinische Schrift zu übertragen, um deren Erschließungs- und Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern.

Neuedition „Volkstümliche Überlieferungen"

Auf Grundlage der Druckversion der ursprünglich vom Statistischen Landesamt publizierten volkskundlichen Auswertungen der Konferenzaufsätze (3. Auflage erschienen 1980, vergriffen) ist eine Neuauflage in einer aktuellen Schrifttype mit einem ausführlichen kontextualisierenden, wissenschaftlichen Vorwort in Print und digitaler Version in Vorbereitung.

Verschlagwortung und Quellenkritik (Volks-)Lieder

2019-2020 wurde der Liedbestand digitalisiert. Derzeit überarbeitet die Landesstelle für Allagskultur die Digitalisate und verschlagwortet den Bestand. Dabei werden auch problematische Begriffe dieser Sammlung identifiziert und quellenkritisch aufgearbeitet. 

Abschied von der Kernenergie in Baden-Württemberg – Erinnerungen und Zukunftserwartungen in Philippsburg, Obrigheim und Neckarwestheim Kooperationsprojekt mit „KulturWissen vernetzt"

Als Projektpartnerin im Verbundprojekt „KulturWissen vernetzt“ hat die Landesstelle nach den Veränderungen des Alltagslebens in Obrigheim und Philippsburg nach der Abschaltung der dortigen Kraftwerke gefragt. Im Mittelpunkt steht, welche Erinnerungen an die Zeit des Kraftwerkbetriebs den Menschen geblieben sind und welche Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen an die Zukunft sich nach der Abschaltung erfüllt haben.

Kulturkaffee

In der Veranstaltungsreihe „Kulturkaffee" des Landesmuseums Württemberg bietet die Landesstelle für Alltagskultur regelmäßig anhand von Themenschwerpunkten Einblicke in die Sammlungen der Populär- und Alltagskultur. Die kommenden Kulturkaffees behandeln die Themen Jagd (5.11.26), Hexen (28.1.27), Schmuck (22.4.27), Poesiealben (8.7.27) und Krippen (9.12.27).

Abgeschlossene Projekte

2025

  • Kooperationsprojekt Pop-up Museum Neckarwestheim (Veranstaltungen)
  • Präsentationsprojekt mit Chor „(Volks-)Lieder“ (Lange Nacht der Museen in Stuttgart, März 2025)
  • Lehrforschungsprojekt zusammen mit ZPKM Freiburg zu „(Volks-)Lieder“

2024

2023

Jubiläum: 100 Jahre Landesstelle für Alltagskultur

Ihre Ansprechpartnerinnen bei der Landesstelle

Prof. Dr. Sabine Zinn-Thomas
Leitung der Landesstelle

Tel 0711 89 535 324
landesstelle.alltagskultur@
landesmuseum-stuttgart.de

Dr. Angelika Merk
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tel 0711 89 535 324
landesstelle.alltagskultur@
landesmuseum-stuttgart.de

 

Öffnungszeiten
Mo - Fr | 10 - 14 Uhr
nach telefonischer Absprache

Adresse
Landesstelle für Alltagskultur
Schillerplatz 1 (Fruchtkasten)
70173 Stuttgart

Postanschrift
Landesstelle für Alltagskultur
Altes Schloss
Schillerplatz 6
70173 Stuttgart