Schloss Waldenbuch

Eine Kurzgeschichte

Waldenbuch war seit dem 15. Jahrhundert Sitz des Waldvogts über den Schönbuch, dem großen Waldgebiet zwischen Tübingen und Stuttgart. Dienstsitz war zunächst eine Burg aus der Zeit der Staufer. Unter Herzog Christoph von Württemberg (1550-1568) begann eine rund 150 Jahre währende Zeit der Um- und Neubauten. 1719 war das Schloss so fertig gestellt, wie es sich heute zumindest äußerlich darstellt.

1807 kam der Sitz der oberen Forstverwaltung nach Bebenhausen und Waldenbuch verlor zunehmend an Bedeutung. In der Folge kamen zahlreiche andere Nutzungen ins Schloss wie Militärdepot, Wohnungen und Handwerksbetriebe. Dadurch ging viel von der Originalsubstanz verloren. Heute ist das ehemals herrschaftliche Jagdschloss in der noch mittelalterlichen Pfeilerhalle im Erdgeschoss, der Wendeltreppe, und besonders in dem Sichtfachwerk und den Trophäenmalereien im 1. Obergeschoss erkennbar.

Im 20. Jahrhundert war das Schloss ein großes Mehrparteienwohnhaus. Zudem befanden sich darin ein Klassenzimmer und der Kindergarten. Nach dem 2.Weltkrieg wurde der Dachstock ausgebaut, um dort Unterkünfte für Flüchtlinge einzurichten. Dies ist an den Dachgauben zu erkennen, die eigens 1947 errichtet wurden, um diese Wohnungen mit Licht zu versorgen. Auch der Turm, der über das Dach hinausragt, ist ein Bauwerk der 1950er Jahre und ist weder auf älteren Plänen noch Fotografien zu entdecken.

1978 begann der Umbau zum Staatlichen Museum, 1989 wurde es als „Museum für Volkskultur, Außenstelle des Württembergischen Landesmuseum Stuttgart“ eröffnet. 2009, genau 20 Jahre danach, wurde es in „Museum der Alltagskultur“ umbenannt.

Im Fokus des Museums der Alltagskultur stehen das Leben und die Erfahrungen ganz gewöhnlicher Menschen früher und heute. Hands-on Objekte sowie Medienstationen ergänzen die klar umrissenen Themenräume. Zeitgemäße Ausstellungsarchitektur macht die Rundgänge durch die umgestalteten Sammlungen zu einem Erlebnis für die ganze Familie.


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